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eReader, ein Auslaufmodell?

Ein Artikel im heutigen Wall Street Journal trägt die Überschrift: "E-Reader Revolution, ist sie schon zu ende, oder fängt sie gerade an?"In dem Beitrag wird, anhand von rückläufigen Verkaufszahlen, spekuliert, ob eReader ein Auslaufmodell sein könnten, da die Preise für Tablets immer weiter nach unten gehen würden.
Allerdings räumt der Autor (Greg Bensinger) ein, dass gerade die Reader der unteren Preisklasse einige Vorteile gegenüber der Tablets hätten wie z.B. geringeres Gewicht und längere Akkulaufzeiten.

Für die Hersteller kommt noch folgendes dazu: nach dem heutigen Stand der Technik ist es nicht absehbar, wann ein Käufer seinen Reader gegen ein neues Gerät austauschen muss. Solange das Teil funzt wird es halt benutzt.

Was könnte dies für die Vertreiber der eReader, die ja i.d.R. an einen Shop gekoppelt sind, bedeuten? 

Ich könnte mir vorstellen, dass die Preise im unteren Preissegment noch weiter sinken. Dass sie allerdings in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden, sehe ich zu diesem Zeitpunkt nicht.
Wie seht Ihr das - E-Reader oder Tablet, wem gehört die nähere Zukunft?

Kommentare

Stefan Wolpers hat gesagt…
It's the tablet, stupid!

Ereader sind eine Last: ein weiteres Gerät, welches bezahlt und gewartet werden will. Technisch betrachtet ein ungenügender Abkömmling dessen, was ich so oder so den ganzen Tag in meiner Hosentasche umher trage.

Augenschonend? Whatever… Und künftig eine flexible Folie, die ich beim Lizenzieren des Contents geschenkt bekommt – aber gar nicht haben will, weil ich ummauerte Gärten als bevormundend empfinde?

It's the tablet, stupid! Je früher dieser Spuk in der Sackgasse landet, desto besser…
Peter J. Kraus hat gesagt…
Tja, so einfach ist das also. Es sei denn, man benutzt den Kopf nicht nur zum Wiegen.
Wir benutzen beides: einen Kindle Fire und einen Apple iPad. Der Kindle ist etwa halb so groß wie der iPad, kostet ein Drittel des von Apple selbst hier, in den USA, strikt eingehaltenen Einheitspreises und tut genau das, wozu wir den Apple auch benutzen.
Inzwischen streiten wir uns (auf nette Weise natürlich, wie es einem Ehepaar geziemt, das seit 47 Jahren ein solches ist) um den Kindle. Weil er handlicher ist als der Apple, besonders auf der Liege im Garten, dem Sofa oder Bett. Er passt in die Jackentasche, die Handtasche, ins Handshuhfach, wird höchstens alle drei Tage mal aufgeladen und hat sich als unverwüstlich erwiesen. Unser erster Kindle kam 2008 ins Haus, läuft noch heute problemlos, ist aber fast so groß und schwer wie der iPad und liegt deshalb meist in der Ecke. Neben dem iPad.
Ich meine, beide werden ihre ureigenste Nische prima ausfüllen, und das auf lange Sicht.
Weltenkreuzer hat gesagt…
Ich vermute zwar auch, dass der eReader gegenüber dem Tablet weiter verlieren wird, dass er aber für "Hardcore-Leser" weiterhin durchaus attraktiv bleibt. Ich selbst habe vor gut zwei Jahren mit dem PRS-350 angefangen, elektronischer Lektüre zu frönen, bin dann aber für eine ganze Weile auf das iPad gewechselt. Bis ich gemerkt habe, dass ich da wesentlich weniger und unkonzentrierter lese, sodass jetzt ein Paperwhite den Weg in meine Wohnung gefunden hat und wieder rege genutzt wird. Für wen Lesen also "nur ein Hobby unter vielen" ist, dem wird in Zukunft wahrscheinlich ein Tablet ausreichen, das "ohnehin" da ist, für Vielfraße könnte das anders aussehen...
Myra Çakan hat gesagt…
eben gelesen: http://techland.time.com/2013/01/04/dont-call-the-e-reader-doomed/
Time vertritt einen anderen Standpunkt als das Wallstreet Journal. Ich würde dem auch zustimmen, denn primär geht es den großen Anbietern wie Amazon darum, Bücher zu verkaufen, viele Bücher.

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