Direkt zum Hauptbereich

19% statt 3% - Anhebung der Umsatzsteuer und KDP

Vor einigen Wochen haben alle Self Publisher eine Nachricht von KDP-Support bekommen. Wie so oft bei Amazon, erschloss sich der Inhalt erst nach mehrmaligem Lesen.
Für alle, die immer noch unsicher sind, hier eine kleine Zusammenfassung und einige Tipps, was zu tun ist.

Dank einer neuen EU-Richtlinie wird ab 1.1.2015 bei der Lieferung digitaler Waren, also auch eBooks, die Umsatzsteuer aufgeschlagen, die im Land der Käufers erhoben wird.
Bis dato war es umgekehrt und Amazon, mit Firmensitz in Luxemburg, hat die dort geltende UmSt von 3% berechnet.

Damit ist nun Schluss. Wie Self Publisher auf diese versteckten Gewinneinbußen reagieren hatte ich ja bereits in einer kurzen Umfrage erforscht. Das Ergebnis findet ihr hier.

Doch was müsst ihr nun konkret tun und wie ist der Ablauf?

Amazon wird zum 1.1.2015 auf alle eure eBooks die neue UmSt. aufschlagen – 19% in Deutschland, 20% in Österreich usw.
Im Ergebnis habt ihr alle "krumme" Preise für eure eBooks. Das könnt ihr so stehenlassen, oder ändern – je nachdem ob ihr eure Titel exklusiv über KDP vertreibt, oder nicht.

Warum ist das so?
In Deutschland und auch in Österreich gilt die Buchpreisbindung. Das heißt: in jedem Shop muss ein Buch zum gleichen Preis verkauft werden. Also müsst ihre eure Preise über KDP anpassen, wenn ihr eure Titel nicht exklusiv über Amazon vertreibt.
Ihr solltet euch da auch nicht allzu entspannt zurücklehnen, sondern die Preisanpassung zügig machen, sonst kann es u.U. richtig Ärger geben.

Zum Glück entfällt künftig diese lästige Rechnerei mit den Netto-Preisen, denn ab dem 1. Januar kann man die Brutto-Preise eingeben. Um die richtige UmSt. kümmert sich dann Amazon.
Die Grenze für die 70% Tantiemen wird dann bei 2,99 liegen - vorher waren es 2,68.

Ich würde übrigens zu einer Preis-Korrektur raten, "krumme" Preise sehen einfach unprofessionell aus. Ändert eure Preise besser auf 0,99 oder 0,49 Endungen. Ob ihr die Preise dann rauf- oder runtersetzt, ist eure eigene Entscheidung.

Kommentare

Jo Berger hat gesagt…
Danke, Myra

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aus dem Alltag einer Autorin

"Ja, ich kann vom Schreiben leben", sagt die Autorin Petra Schier, in ihrem lesenswerten Blogbeitrag und beantwortet damit die Frage, die wohl jeder Autor von neugierigen Mitmenschen gestellt bekommt.

Mir kommt es dabei fast so vor, als würde man mit einem Stoßseufzer und einem "leider, nein" rechnen, damit man den klugen Rat, sich doch einen "richtigen Beruf" zu suchen, anbringen kann. 
Autoren, die tatsächlich von ihrem Beruf leben können, sind ein Kuriosum. Neugierige Fragen müssen wir als "Interesse am Autor" hinnehmen. Warum eigentlich?

Petra Schier schreibt dazu auf ihrem Blog: 
Mal ganz ehrlich: Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ich (oder besser noch irgendwer, den ihr überhaupt nicht kennt) euch fragen würde, ob ihr von eurem Job leben könnt oder sogar, wie viel ihr denn so im Monat verdient. Würdet ihr das so einfach öffentlich sagen? Ja? Dann gehört ihr aber zu einer Minderheit, denn die meisten von euch würden jetzt wohl geantwortet haben:…

… vom großen Jammern und von Fakten – eBook-Piraterie

Seit zwei Tagen macht auf Facebook ein "Kettenbrief" die Runde, in dem in sehr emotionalen Worten an die Leser appelliert wird, keine eBooks von illegalen Seiten downzuloaden.  Es wird behauptet, dass immer mehr Autoren aufgeben würden.  Ob das stimmt mag ich nicht beurteilen. Ich frage mich allerdings, warum man etwas kampflos aufgeben sollte, dass einen als Menschen prägt und das einen großen Raum im Leben einnimmt. Ich bin Autorin und ich bleibe Autorin. So etwas legt man nicht einfach ab und macht stattdessen: "Mimimi, jemand hat mein Buch geklaut, jetzt höre ich auf zu schreiben".  Man kämpft für das, was man liebt und zieht nicht den Schwanz ein.

Zum Nutzen dieser gut gemeinten Appelle möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Der Hohn und Spott, der Autoren in den Foren entgegen schallt, die sich dort äußern, spricht für sich. "Bestenfalls" führen solche Äußerungen zu einem Feature auf der Startseite des jeweiligen Portals und zu massiv erhöhten Downlo…

Self Publishing und die (Umsatz & US-)Steuer

Vor einiger Zeit hatte ich bereits einen kleinen Beitrag zum Thema Self Publishing und Steuerngepostet. In dem Blogpost ging es allerdings nur um Einkommenssteuer. Da es aber auch SP gibt, die umsatzsteuerpflichtig sind, kommen hier einige Ergänzungen und nützliche Links, die Wolma Krefting dankenswerterweise zusammengetragen hat. Mein Dank geht an dieser Stelle auch an meinen Steuerberater, den ich zu den Zahlungen von Create Space befragt habe. 
Vorab gibt es von mir einige Zeilen zum Verkauf von eBooks und TB außerhalb Europas. Alles, was z. B. über amazon.com verkauft wird, unterliegt in den USA der Einkommenssteuer. Dies trifft auch zu, wenn Ihr Eure Create-Space-Bücher nicht nur über Amazon-Europe verkauft. Und sofern Ihr keine US-Steuernummer (ITIN oder EIN) habt, behalten Amazon, CS oder auch iBooks automatisch 30 % Steuern ein. Auf diesemBlog könnt Ihr genau nachlesen, wie Ihr vorgehen müsst, um eine US-Steuernummer zu bekommen. Unbedingt auch die Kommentare lesen! Wenn es u…