Direkt zum Hauptbereich

Autorenteams und die KSK

Kürzlich kam in einer Facebook-Gruppe die Frage nach Autoren-Teams und wie man da bei der Abrechnung zu verfahren hat - und zwar im Zusammenhang mit Self Publishing.

Ich fand die Frage interessant und obwohl ich selbst mit Kollaborationen eher schlechte Erfahrungen gemacht habe - frei nach dem Motto "einer macht die ganze Arbeit, der andere schaut dabei zu" - haben mich die näheren Einzelheiten doch interessiert. Mein besonderes Augenmerk galt dabei der Künstler-Sozialkasse (KSK), bei der ja Abgaben fällig werden, wenn man z.B. publizistische Dienstleister beauftragt und ich erfragte an der Quelle, wie sie sich das bei Autoren-Teams auswirkt - sh den letzten Absatz.

Das zwischen beiden Parteien ein kleiner Vertrag abgeschlossen werden muss, in dem die Rechte und Pflichten aufgeschlüsselt werden, versteht sich von selbst. Auch sollte vorab geklärt werden, auf wessen Konto die Erlöse eingezahlt werden sollen und in welchen Abständen abgerechnet wird.

Anders als bei Verlagsautoren-Teams, wo der Verlag an die Beteiligten auszahlt, muss im SP eine Partei stellvertretend als Verlag fungieren, da KDP und die anderen Shops und/oder Distributoren die Tantiemen ja nur einem Konto gutschreiben.
Das bedeutet, dass dieser "Verleger", die Buchhaltung machen muss und nach Abzug der Kosten für Cover etc.  - auch die Abgaben an die KSK gelten in diesem Fall als Kosten, die aufgeteilt und abgezogen werden müssen - den abgesprochenen Anteil (i.d.R. 50%) an den Schreibpartner auszahlt.
Beide Partner müssen den Gewinn natürlich versteuern, wobei die erste Partei die Zahlungen an den Schreibpartner als Betriebskosten absetzen kann, den Gesamtbetrag aber im Gegenzug auch versteuern muss.
Das der Schreibpartner zu diesem Zweck eine Rechnung stellen muss, versteht sich von selbst. Ob mit oder ohne ausgewiesener UmSt hängt natürlich von der UmSt-Pflicht der Partner ab. Die Details solltet Ihr unbedingt mit einem kompetenten Steuerberater klären. Ebenso ob es sinnvoll ist eine GbR zu gründen und/oder einen Gewerbeschein zu beantragen.

Nächster Punkt auf der Liste ist die Künstler-Sozialkasse. Hier werden für erhaltene publizistische Leistungen, denn die erbringt ja Euer Schreibpartner, Zahlungen fällig. Dies sind ab 2014 5,2% vom Netto. Diese Summe wird immer Anfang des Folgejahres, in dem die Leistung erbracht wurde, an die KSK gezahlt. Hier gibt es einen Link mit weiter führenden Informationen. Auch diese Kosten gelten natürlich als Betriebskosten, die der "Verleger" des Schreib-Teams in seiner Steuererklärung geltend machen kann.

Edit: Wer die Extra-Buchhaltung nicht scheut und eine längerfristige Kooperation plant,  ist mit einer GbR besser bedient. Bei dieser Konstellation umgeht man auch die Zahlungen an KSK. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Coffee-to-Klau – und noch ein Rätsel wurde gelöst

Der Monat ist noch nicht rum und schon wieder gibt es Unerfreuliches über die Serien-Plagiatorin Katja Piel zu berichten. Im Februar hatte ich über das wundersame Verschwinden mehrerer eBooks und Taschenbücher der ehemals sehr erfolgreichen Self Publisherin berichtet. Unter anderem wurde damals ihre komplette "Coffe-to-Go"-Reihe gelöscht. 
Ein weiterer Titel "Keine Zeit für die Liebe" wurde vor drei Wochen als Plagiat bewiesen. Bereits damals zeichnete sich ab, dass es nicht bei den bisher entdeckten drei Büchern bleiben würde. 
Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, zusammen mit ihrem neuen Titel "Cocktail-to-Go" tauchten vor rund vier Wochen auch die "Coffee"-Bücher wieder auf. Diese Auferstehung haben wir (A-Hörnchen, B-Hörnchen und C-Hörnchen) uns etwas genauer angesehen. 
Eher willkürlich nahmen wir uns "Aufschlag für die Liebe" vor und hatten relativ schnell einen Treffer bei Piels üblicher Quelle, einem Denise-Heftroman: Band 87 -…

… vom großen Jammern und von Fakten – eBook-Piraterie

Seit zwei Tagen macht auf Facebook ein "Kettenbrief" die Runde, in dem in sehr emotionalen Worten an die Leser appelliert wird, keine eBooks von illegalen Seiten downzuloaden.  Es wird behauptet, dass immer mehr Autoren aufgeben würden.  Ob das stimmt mag ich nicht beurteilen. Ich frage mich allerdings, warum man etwas kampflos aufgeben sollte, dass einen als Menschen prägt und das einen großen Raum im Leben einnimmt. Ich bin Autorin und ich bleibe Autorin. So etwas legt man nicht einfach ab und macht stattdessen: "Mimimi, jemand hat mein Buch geklaut, jetzt höre ich auf zu schreiben".  Man kämpft für das, was man liebt und zieht nicht den Schwanz ein.

Zum Nutzen dieser gut gemeinten Appelle möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Der Hohn und Spott, der Autoren in den Foren entgegen schallt, die sich dort äußern, spricht für sich. "Bestenfalls" führen solche Äußerungen zu einem Feature auf der Startseite des jeweiligen Portals und zu massiv erhöhten Downlo…

Self Publishing und die (Umsatz & US-)Steuer

Vor einiger Zeit hatte ich bereits einen kleinen Beitrag zum Thema Self Publishing und Steuerngepostet. In dem Blogpost ging es allerdings nur um Einkommenssteuer. Da es aber auch SP gibt, die umsatzsteuerpflichtig sind, kommen hier einige Ergänzungen und nützliche Links, die Wolma Krefting dankenswerterweise zusammengetragen hat. Mein Dank geht an dieser Stelle auch an meinen Steuerberater, den ich zu den Zahlungen von Create Space befragt habe. 
Vorab gibt es von mir einige Zeilen zum Verkauf von eBooks und TB außerhalb Europas. Alles, was z. B. über amazon.com verkauft wird, unterliegt in den USA der Einkommenssteuer. Dies trifft auch zu, wenn Ihr Eure Create-Space-Bücher nicht nur über Amazon-Europe verkauft. Und sofern Ihr keine US-Steuernummer (ITIN oder EIN) habt, behalten Amazon, CS oder auch iBooks automatisch 30 % Steuern ein. Auf diesemBlog könnt Ihr genau nachlesen, wie Ihr vorgehen müsst, um eine US-Steuernummer zu bekommen. Unbedingt auch die Kommentare lesen! Wenn es u…