Direkt zum Hauptbereich

Tipp Nr. 19: Cover - mit Bildersuche gegen die Einfallslosigkeit

Auch wenn ich kein Grafiker bin - aber nachdem eben in meiner Facebook-Timeline schon wieder das gleiche Cover-Motiv aufgetaucht ist: "Frau mit aufgerissenen Augen bekommt Mund zugehalten" - frage ich mich wirklich, was diese Einfallslosigkeit soll.
Nur weil ein Motiv bereits gefühlte 887 Mal für ein Buch-Cover verwendet wurde, macht es aus selbigem keinen Besteller, sondern es wirkt einfach nur beliebig und langweilig. Und als Leser wären meinen Erwartungen an den Inhalt eher gering.

Wie kann man nun solche unerfreulichen "Dopplungen" vermeiden? Zum einen kann man i.d.R. bei Stockfotos sehen, wie oft das Motiv schon runter geladen wurde, welches man evtl. verwenden möchte. Da die Anbieter (Grafiker, Fotografen) ihre Arbeiten aber meistens nicht nur bei einer Datenbank einstellen, kann man über die Download-Zahlen nur eine grobe Schätzung bekommen - sofern sie denn überhaupt angezeigt werden. Dazu kommt,  dass sich z.B. das oben genannte Motiv auch bei den Anbietern großer Beliebtheit erfreut und in gleich verschiedenen Ausführungen bei den Agenturen vorhanden ist.

Kleiner Tipp zur Vermeidung solch austauschbarer und langweiliger Cover: Google Bildersuche und Tineye verwenden.
Bei Google klickt Ihr auf das Kamarasymbol und könnt dann entweder ein Bild hochladen oder eine Bild-URL eingeben. Dann findet Google ähnliche Motive - wobei die Auswahl der angezeigten Motive dann auch tatsächlich auf "ähnlich" und nicht "genau" liegt.
Bei der Rückwärts-Suche auf Tineye funktioniert ebenfalls über das Bild (hochladen) oder die Bild-Url (eingeben). Eine weitere Möglichkeit ist drag & drop, also das Ziehen des jpgs von Eurem Computer in die Eingabemaske.

Diese Suche lässt sich übrigens auch gut nutzen, um für ein bestimmtes Motiv den besten Anbieter zu finden. Denn auch bei Stockfotos sind die Preise und die Konditionen sehr unterschiedlich.

Ein weiterer Tipp, um dem Cover eine individuelle Note zu geben, ist natürlich die Bildbearbeitung. Also nicht das gekaufte Foto einfach mit einer Typo versehen und gut ist, sondern etwas Kreativität walten lassen - den Bildausschnitt verändern, andere Bildelemente hinzufügen, Farbe, Licht & Schatten - es gibt unendlich viele Möglichkeiten aus einem Stockfoto ein originelles Cover für das eigene Buch zu machen. Und wenn Ihr Euch die Bildbearbeitung nicht zutraut: dafür gibt es übrigens Profis. Self Publishing heißt ja nicht, dass Ihr ALLES selber machen müsst.

So, und jetzt habt Ihr keine Ausreden mehr für mangelnde Kreativität bei der Motivauswahl ;-)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aus dem Alltag einer Autorin

"Ja, ich kann vom Schreiben leben", sagt die Autorin Petra Schier, in ihrem lesenswerten Blogbeitrag und beantwortet damit die Frage, die wohl jeder Autor von neugierigen Mitmenschen gestellt bekommt.

Mir kommt es dabei fast so vor, als würde man mit einem Stoßseufzer und einem "leider, nein" rechnen, damit man den klugen Rat, sich doch einen "richtigen Beruf" zu suchen, anbringen kann. 
Autoren, die tatsächlich von ihrem Beruf leben können, sind ein Kuriosum. Neugierige Fragen müssen wir als "Interesse am Autor" hinnehmen. Warum eigentlich?

Petra Schier schreibt dazu auf ihrem Blog: 
Mal ganz ehrlich: Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ich (oder besser noch irgendwer, den ihr überhaupt nicht kennt) euch fragen würde, ob ihr von eurem Job leben könnt oder sogar, wie viel ihr denn so im Monat verdient. Würdet ihr das so einfach öffentlich sagen? Ja? Dann gehört ihr aber zu einer Minderheit, denn die meisten von euch würden jetzt wohl geantwortet haben:…

… vom großen Jammern und von Fakten – eBook-Piraterie

Seit zwei Tagen macht auf Facebook ein "Kettenbrief" die Runde, in dem in sehr emotionalen Worten an die Leser appelliert wird, keine eBooks von illegalen Seiten downzuloaden.  Es wird behauptet, dass immer mehr Autoren aufgeben würden.  Ob das stimmt mag ich nicht beurteilen. Ich frage mich allerdings, warum man etwas kampflos aufgeben sollte, dass einen als Menschen prägt und das einen großen Raum im Leben einnimmt. Ich bin Autorin und ich bleibe Autorin. So etwas legt man nicht einfach ab und macht stattdessen: "Mimimi, jemand hat mein Buch geklaut, jetzt höre ich auf zu schreiben".  Man kämpft für das, was man liebt und zieht nicht den Schwanz ein.

Zum Nutzen dieser gut gemeinten Appelle möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Der Hohn und Spott, der Autoren in den Foren entgegen schallt, die sich dort äußern, spricht für sich. "Bestenfalls" führen solche Äußerungen zu einem Feature auf der Startseite des jeweiligen Portals und zu massiv erhöhten Downlo…

Self Publishing und die (Umsatz & US-)Steuer

Vor einiger Zeit hatte ich bereits einen kleinen Beitrag zum Thema Self Publishing und Steuerngepostet. In dem Blogpost ging es allerdings nur um Einkommenssteuer. Da es aber auch SP gibt, die umsatzsteuerpflichtig sind, kommen hier einige Ergänzungen und nützliche Links, die Wolma Krefting dankenswerterweise zusammengetragen hat. Mein Dank geht an dieser Stelle auch an meinen Steuerberater, den ich zu den Zahlungen von Create Space befragt habe. 
Vorab gibt es von mir einige Zeilen zum Verkauf von eBooks und TB außerhalb Europas. Alles, was z. B. über amazon.com verkauft wird, unterliegt in den USA der Einkommenssteuer. Dies trifft auch zu, wenn Ihr Eure Create-Space-Bücher nicht nur über Amazon-Europe verkauft. Und sofern Ihr keine US-Steuernummer (ITIN oder EIN) habt, behalten Amazon, CS oder auch iBooks automatisch 30 % Steuern ein. Auf diesemBlog könnt Ihr genau nachlesen, wie Ihr vorgehen müsst, um eine US-Steuernummer zu bekommen. Unbedingt auch die Kommentare lesen! Wenn es u…