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Meine 2 Cent zum Indiebookday

So so, heute ist er also da, der seit Wochen vollmundig im Web angekündigte "Indiebookday".  Auf der extra dafür eingerichteten Seite ist folgendes zu lesen:

"Geht am 23.03.2013 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet. Hauptsache ist: Es stammt aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag." (Das Buch mit Käufer/Leser knipsen und ins Internet stellen, gehört auch noch zur Aktion).

Klingt nach einem guten Plan - irgendwie. Aber: eine Wahl des Buchladens habe ich nicht. Vorort gibt es nur die Filiale einer großen Buchhandelskette und die Firmenpolitik schließt "Indies" zwangsläufig aus, denn was sich innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nicht verkauft, fliegt aus dem Sortiment. Und selbst wenn es noch den "kleinen Buchhändler um die Ecke" geben würde, ahne ich bereits wie seine Antwort lauten wird, wenn ich nach einem "Indiebuch" fragen würde: "Kenn' ich nicht, kann ich nicht bestellen." Oft geht diese Aussage dann mit dem entsprechend pikierten Gesichtsausdruck einher.

Zugegeben, das klingt jetzt nach ganz bösen Vorurteilen. Aber seitdem ich 1999 meinen ersten Roman bei einem unabhängigen und sehr renommierten Verlag veröffentlicht habe, sind Vorurteile mein täglich Brot - und zwar auf Seiten der Buchhändler.

Zum Glück gibt es Ausnahmen und kürzlich ist mir tatsächlich so eine Ausnahme in Form einer engagierten und kundenfreundlichen Buchhandlung begegnet. Da hat nämlich jemand keine Mühe gescheut, für einen Kunden meine Kurzgeschichten-Sammlung "Geschichten aus der Zukunft von Gestern" zu bestellen, die eigentlich nur über Amazon zu bekommen ist. Und zwar ganz ohne "Indiebookday".

In diesem Sinne: Liebe Buchhändler, lasst jeden Wochentag ein "Indiebookday" sein. Auch verlagsunabhängige Autoren können verdammt gute Texte schreiben und wenn Ihr Euren Kunden eine lohnende Neuentdeckung präsentieren könnt, die nicht in jeder Buchhandlung der Republik auf dem Stapel liegt, wäre das doch eine gute Sache. Denn aus diesem Grund sei Ihr doch schließlich Buchhändler geworden: weil Ihr Bücher liebt und gute Bücher verkaufen wollt.

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