Neue Entwicklung im Fall lul.to

Seit einigen Tagen geistert die Meldung durch die Medien, dass die Betreiber von lul.to identisch mit den Betreibern der Darknet-Plattform Hansa Market sind.

Bildquelle:Europol
Eine Quelle wurde jedoch nicht angegeben, es wurde nur auf eine Pressemeldung von DPA verwiesen, außerdem wurde im Zusammenhang mit Hansa Market die Generalstaatsanwaltschaft in Franktfurt/Main genannt.

Ich habe mich daher schlau gemacht und dort angerufen.
Wie mir Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Pressesprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität, soeben bestätigte, stehen die Betreiber von lul.to tatsächlich unter Verdacht auch die Betreiber von Hansa Market gewesen zu sein – also Waffen und Drogen verkauft zu haben.

Dies zeigt, welche Dimensionen dieser Fall hat und auch welche kriminellen Strukturen dort am Wirken sind. 

Als Autorin frage ich mich, und das nicht zum ersten Mal, was User dazu treibt, ohne mit der Wimper zu zucken bei solchen Kriminellen ihre eBooks zu beziehen und gleichzeitig die Urheber zu verhöhnen, die sie bestehlen. Was ist bei denen schief gelaufen? 

Und wieder gilt: anonyme Kommentare werden nicht veröffentlicht.

Kommentare

Markus Nerke hat gesagt…
Ich kann die Wut nachvollziehen und die User, die dort gedownloadet haben sollten sich schämen. Trotzdem geht der Beitrag ein wenig an der Wahrheit vorbei, denn über Hansa Market sind keine Waffen verkauft worden(war laut Heiße-Bericht "bloß" ein Drogenmarkt). Außerdem suggeriert der Text, dass die User gewusst hätten, welche kriminelle Gruppe sie mit ihren Downloads von lul.to unterstützen.
Inca Vogt hat gesagt…
@ Markus Nerke, schau mal: http://www.zeit.de/digital/internet/2017-07/alphabay-drogenhandel-darknet-geschlossen-usa-jeff-sessions-hansa. Auch weitere zuverlässige Quellen schließen sich diesen Aufzählungen an.

Aber selbst wenn es "nur" Drogen waren, die verkauft wurden, ist das kein Kavaliersdelikt. Also halte ich das Wort "bloß" für etwas arg verniedlichend.

Zum letzten Satz, das habe ich so nicht rausgelesen. Tatsache ist, Lul.to "Kunden" haben offenbar mit Hochkriminellen illegale Geschäfte getätigt, statt legal eBooks zu kaufen. Dass sie um die Tragweite nicht wussten, beschönigt die Tatsache leider nicht. Es ist Fakt.