Direkt zum Hauptbereich

Tipp Nr. 15: Vorgefertigte Cover

Ich habe ja schon öfter Beiträge zum Thema Cover-Gestaltung veröffentlicht. Dabei ging es einmal um die Punkte, die bei eBook-Covern zu beachten sind, und im zweiten Beitrag habe ich Euch erzählt, wie Ihr an günstige Motive für Euer Titelbild kommt. 
Als Self Publisher ist man i.d.R. Autor, Designer und noch einiges mehr in Personalunion. Doch nicht jeder Schriftsteller hat auch zwangsläufig ein geschicktes Händchen, oder den richtigen Blick, für ein gutes Cover - von der richtigen Software will ich hier gar nicht erst anfangen, denn ohne das Gespür für Design, nützt auch die beste Software nichts. 
Was also tun? Sich mit einem vermurksten Titelbild zufrieden geben? Nur das nicht. Das Cover ist schließlich das Wichtigste, wenn es um den Verkauf Eures Buches - der erste Eindruck zählt. 
Nachdem ich für mein aktuelles Buch einen anderen Designer brauchte, da die Künstlerin mit der ich sonst zusammenarbeite keine Zeit hatte, habe ich mich im Web einmal auf die Suche gegeben und bin auf vorgefertigte (engl. premade) Cover gestossen - das sind fertig gestaltete Cover, auf denen nur noch der Buchtitel und der Name des Autors eingefügt werden muss. Letztendlich habe ich den Illustrator für meine neue SF-Sammlung auf anderem Weg gefunden - dazu gibt es im März noch einen Beitrag - aber das Ergebnis meiner Suche möchte ich Euch nicht vorenthalten und stelle Euch Shelley von Spittyfish-Design und einige ihrer Arbeiten vor. 

Viele der folgenden Informationen befinden sich auf dem Blog von Spittyfish, aber da  ich davon ausgehe, dass Ihr es lieber in kompakter Form und auf deutsch lesen möchtet, habe ich ein kleines Interview mit der Designerin geführt. 
Bei den hier gezeigten Covern handelt es sich übrigens um eine Auswahl ihrer Arbeiten, die in der Kategorie Premade Covers zu finden sind. Zum Zeitpunkt, des Interviews standen diese Motive noch zur Verfügung. Es kann aber durchaus sein, dass sie inzwischen verkauft wurden. Die aktuell verfügbaren Designs findet Ihr unter diesem link. Bei Interesse könnt Ihr sie natürlich als Beispiel nennen, Shelley wird dann etwas ähnliches für Euch designen. Genau das gleiche Cover geht allerdings nicht, da es sich um Unikate handelt. 

Hi Shelley, könntest Du Dich bitte kurz vorstellen, bist Du gelernte Grafikerin? Und wie entstand die Idee zu Spittyfish Design?

Hi Myra, vielen Dank für die Vorstellung auf Deinem Blog. Spittyfish Designs ist hauptsächlich auf das Designen von Covern für Jugendbüchern und Mainstream (inkl. Krimi) ausgerichtet. Aber wir haben auch öfter Fantasy, Steampunk und SF im Angebot.  fantasy, steampunk, and sci fi covers as well. Außerdem arbeiten wir mit Fantasia Frog Designs (Ansprechpartner ist Tara) zusammen, die sich auf Romance aller Art spezialisiert haben. 
Die Idee, in das Design-Geschäft einzusteigen, ergab sich zum einen aus meiner Leidenschaft meine Fantasien Realität werden zu lassen und zum anderen aus meiner Arbeitsweise als angehende Jugendbuch-Autorin, bei der ich schwierige Handlungsstränge "bildlich" machte. Das Ergebnis waren eine Vielzahl fertiger Illustrationen, die sich auf meiner Festplatte tummelten. Und irgendwann wollte ich ausprobieren, ob auch andere Geschichten in meinen Bildern sahen. 
Ausgebildete Grafikdesigner sind wir übrigens nicht. Wir haben uns alles, mit Photoshop Handbüchern und online-tutorials, selbst beigebracht. 
© spittyfish-design

Wie ist die Vorgehensweise, wenn ich eine Deiner Arbeiten kaufen möchte, hinterlasse ich einfach eine Nachricht auf Deinem Blog?

Genau, so erreichst Du uns am besten. Wir melden uns dann so schnell wie möglich. 

Und wie ist der weitere Ablauf - bezahlen, Lieferung?

Für die Bezahlung hat sich PayPal bewährt. Wir verschicken die Cover per email - als jpgs für den online-Gebrauch und als PDFs und hochaufgelöste jpgs für den Druck.  Wir legen übrigens alle unsere Projekte in einer Auflösung von 300- oder 350 dpi an. 


Das heißt, dass die Cover sowohl für eBooks als auch für Create Space genutzt werden können?

Wir bieten zwei Pakte an: eines enthält nur Dateien für eBooks, das andere kann für eBooks und für Print genutzt werden, da es die entsprechende Auflösung hat. Hier sind die unterschiedlichen Größen aufgelistet: 
100×150 = Avatar
200×300, 300 x 450,  &  432×648 = amazon/goodreads/blog posts 750×1125 = Barnes and Noble
1800×2700  = Diese Größe wird von den meisten Verlegern für ebook und Print verwendet.
2400 high res – Smashwords
2500 high res- amazon
© spittyfish-design
© spittyfish-design
Wird der Buchtitel und Name des Autors von Dir eingefügt? Und kann ich das auch selbst machen?
Ja, wir fügen Titel und Autor ein. Und nein, wir verschicken keine Cover ohne Text. Das liegt ganz einfach daran, dass jedes Cover an eine Lizenz gebunden ist und nur für ein bestimmtes Buch verwendet werden darf. Wir verkaufen das Design auch nur einmal.  

(Anmerkung: In den USA wird der Name des Autors i.d.R. größer geschrieben. In Deutschland ist es umgekehrt. Wenn Ihr also ein vorgefertigtes Cover aus den USA bestellt, müsst Ihr das vorab klären.)

Wie sieht es mit dem Rechtevermerk aus, sollte ©Spittyfish-Design im Impressum stehen?

Das ist immer gerne gesehen. 

Eure vorgefertigten Cover kosten ja Dollar 40,00 Ist es eigentlich möglich, noch kleine Änderungen vorzunehmen? Was, wenn z.B. meine Heldin eine andere Haar- oder Augenfarbe hat? Und was würde das kosten? 

Änderungen sind immer möglich. Ob dadurch extra Kosten entstehen hängt zum einen vom Aufwand ab und zum anderen, ob wir ein neues Stock-Image kaufen müssen. Kleinigkeiten, wie das Ändern der Haarfarbe kosten nichts. Das Hinzufügen eines Reihentitels oder der Austausch eines Hintergrundes ist verhandelbar. 

Und was würde ein nach Kundenwunsch gestaltetes Cover kosten? 

In der Regel kostet ein neues Design fünfzig Dollar. Teurer wird es eigentlich nur, wenn ein Stock-Image mehr als zehn Dollar kostet. Aber das erfolgt alles in Absprache mit dem Kunden. 

Welche Informationen brauchst Du von dem Kunden?

Wir haben ein Cover-Formular, welches der Kunde vorher ausfüllen muss. 


Vielen Dank, Shelley. Im FAQ auf dem Spittyfish-Blog findet Ihr noch weitere Information. Bei Kontaktaufnahme bitte meinen Namen, oder diesen Blog, erwähnen. Danke.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Super, Myra, bei Dir gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Danke! Nika Lubitsch
Anonym hat gesagt…
Wenn ich mir ein Cover mit Stockfotos designen lasse, wie ist das dann mit den Bildrechten. Was muss mir der Grafiker übergeben / bestätigen, dass ich im Zweifelsfall nachweisen kann, dass ich die Bilder rechtmäßig nutze? Hat da jemand Erfahrungen?
Myra Çakan hat gesagt…
Das ist jetzt ohne Gewähr, da ich meine Stockfotos immer selbst kaufe – aber ich würde denken, wenn im Impressum der Name des Grafikers steht und die Copyrightangabe, wie der Anbieter es in den AGB vorgibt, sollte alles okay sein. Außerdem würde ich darauf achten, dass die gekauften Stockfotos – mit Bildnummer und Anbieter – auf der Rechnung aufgeführt sind. Im Zweifelsfalls noch einmal beim Grafiker nachfragen, es ist sein Job, solche Dinge zu wissen.

Was immer mit Vorsicht zu genießen ist, sind Fotos von Menschen, die von kostenlosen Fotodatenbanken, wie z.B. Pixabay, stammen. Da hier nicht gewährleistet werden kann, dass eine Modellfreigabe vorliegt.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Lul.to – nach dem Takedown ertönt das Pfeifen im dunklen Wald

Am Mittwoch den 21 Juni 2017 ging folgende Pressemeldung der Polizei Sachsen veröffentlicht:

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Zentralstelle Cybercrime Bayern  bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg wurde durch das CyberCrimeCompetenceCenter (SN4C) des LKA Sachsen am 21. Juni 2017 die Domain www.LuL.to gesperrt. Gegen die Betreiber der Website, die unter dem Motto „Lesen und Lauschen“ für sich warb, laufen umfangreiche Ermittlungen. Gegen drei Beschuldigte konnten Haftbefehle vollzogen werden. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. (…)
Link zur Meldung


Die Ermittler sprechen von 30.000 Nutzern, die sich illegale Inhalte von lul.to gesaugt haben. Diese Nutzerdaten werden zur Zeit ausgewertet.
Unter diesen Usern ist seit Bekanntwerden des Takedowns dieser Piratenseite, milde gesagt, Panik ausgebrochen. In den einschlägigen Foren spricht man sich gegenseitig Mut zu und argumentiert, dass ja doch nichts kommen würde, weil es sich a) um Bagetellen handeln würde und b) man …

Aus dem Alltag einer Autorin

"Ja, ich kann vom Schreiben leben", sagt die Autorin Petra Schier, in ihrem lesenswerten Blogbeitrag und beantwortet damit die Frage, die wohl jeder Autor von neugierigen Mitmenschen gestellt bekommt.

Mir kommt es dabei fast so vor, als würde man mit einem Stoßseufzer und einem "leider, nein" rechnen, damit man den klugen Rat, sich doch einen "richtigen Beruf" zu suchen, anbringen kann. 
Autoren, die tatsächlich von ihrem Beruf leben können, sind ein Kuriosum. Neugierige Fragen müssen wir als "Interesse am Autor" hinnehmen. Warum eigentlich?

Petra Schier schreibt dazu auf ihrem Blog: 
Mal ganz ehrlich: Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ich (oder besser noch irgendwer, den ihr überhaupt nicht kennt) euch fragen würde, ob ihr von eurem Job leben könnt oder sogar, wie viel ihr denn so im Monat verdient. Würdet ihr das so einfach öffentlich sagen? Ja? Dann gehört ihr aber zu einer Minderheit, denn die meisten von euch würden jetzt wohl geantwortet haben:…

… vom großen Jammern und von Fakten – eBook-Piraterie

Seit zwei Tagen macht auf Facebook ein "Kettenbrief" die Runde, in dem in sehr emotionalen Worten an die Leser appelliert wird, keine eBooks von illegalen Seiten downzuloaden.  Es wird behauptet, dass immer mehr Autoren aufgeben würden.  Ob das stimmt mag ich nicht beurteilen. Ich frage mich allerdings, warum man etwas kampflos aufgeben sollte, dass einen als Menschen prägt und das einen großen Raum im Leben einnimmt. Ich bin Autorin und ich bleibe Autorin. So etwas legt man nicht einfach ab und macht stattdessen: "Mimimi, jemand hat mein Buch geklaut, jetzt höre ich auf zu schreiben".  Man kämpft für das, was man liebt und zieht nicht den Schwanz ein.

Zum Nutzen dieser gut gemeinten Appelle möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Der Hohn und Spott, der Autoren in den Foren entgegen schallt, die sich dort äußern, spricht für sich. "Bestenfalls" führen solche Äußerungen zu einem Feature auf der Startseite des jeweiligen Portals und zu massiv erhöhten Downlo…