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eBooks und der Verkaufspreis - eine Musterkalkulation

Ich erinnere mich an eine Zeit, da konnte man auf den "Grabbeltischen" der Kaufhäuser Bücher für eine Mark kaufen. Die Zeiten sind längst vorbei. Nur anscheinend im Internet nicht. Da kommt es mir manchmal so vor, als würde von uns eBook Autoren und Verlegern erwartet, dass wir unsere Bücher zu Preisen raushauen, die vor zwanzig Jahren für Remittenden üblich waren. 

Warum das so nicht sein kann, erklärt der Verleger und Autor Thomas Knip in diesem Beitrag. Wobei ich noch erwähnen möchte, dass der von ihm genannte Stundenlohn Brutto nicht Netto ist, denn auch Autoren müssen die üblichen Sozialabgaben und Steuern zahlen. Und die Zeit, die man als Self Publisher für die Vermarktung seines Buches investieren muss, fehlt dieser Rechnung.

eBooks kosten ja nichts in der Herstellung ...

Ich bin ein Verfechter günstiger eBook-Preise. Das ist seit 2002 so, das  habe ich bei allen eBooks, die unter meiner Regie erschienen sind, so umgesetzt, und von dieser Position werde ich nie abrücken. Doch es ärgert mich, wenn Spottpreise für digitale Literatur verlangt werden, mit dem Hinweis, "das eBook zu erstellen kostet ja nicht" oder "nur ein paar Cent". 

Dieses Argument wird dann gebracht, wenn es um die Preisgestaltung etablierter Publikumsverlage geht. Und, ja, richtig, die ist nicht nachvollziehbar. Irgendwann kam jemand auf den sinnfreien Einfall "20% weniger ist in Ordnung", ohne diese Preisdifferenz in irgendeiner Form zu kalkulieren oder kaufmännisch nachvollziehbar belegen zu können. 20% günstiger als die gedruckte Ausgabe ist ja (un)schön und (un)gut. Aber was ist, wenn überhaupt keine gedruckte Ausgabe existiert, die als Vorlage für die digitale Umsetzung herangezogen wird? Wenn der Titel exklusiv oder vorrangig als eBook erscheint?

Leser sind verärgert, weil hier mit dem Lineal eine Linie gezogen wurde und große Verlage sich aktuell auf diese Preisgestaltung verständigt zu haben scheinen. Ich als Autor und eBook-Verleger bin verärgert, weil viele Leser außer Acht lassen, dass inzwischen auch in Deutschland immer mehr Titel ausschließlich als eBooks erscheinen. Hier kann dann keine Mischkalkulation aus Print und Digital und ein Pi mal Daumen-Preis angesetzt werden. Sondern hier ist das eBook die einzige Einnahmequelle. Und dessen Entstehung und Erstellung ist mit Kosten verbunden (...)  hier weiter lesen

Kommentare

Peter J. Kraus hat gesagt…
Ich habe es so gehalten, dass ich (unabhängig vom Preisniveau meiner Konkurrenz) erst mal meinen Zeitaufwand für die Erstellung schätzte, dafür einen realistischen Stundenlohn ansetzte, eine so realistisch wie mögliche Verkaufszahlenschätzung während der folgenden zwei Jahre zugrundelegte und ein faires Stückhonorar dazuzählte. Alles in Dollar, weil ich Dollars ausgebe, wenn ich leben will. Und kam für meinen Geier auf $4.77, meinen Aasgeier auf $4.55. Und bin gut dabei gefahren.
Anonym hat gesagt…
Der Link führt leider zu einer Fehler-Seite. Allerdings habe ich den Artikel auf Thomas Knips anderem Blog gefunden.

Neuer Link für diesen Artikel: http://ebooks-pur.blogspot.de/2012/09/ebooks-kosten-ja-nichts-in-der.html
Myra Çakan hat gesagt…
danke für den Hinweis.

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